Polizei zu Gast beim Frauenfrühstück

Foto: Schuster
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Ein besonderer Gast mischte sich auf dem letzten Frauenfrühstück im November unter die Nachbarinnen aus dem Kiez: Polizistin Bettina Öner vom Abschnitt 55 in der Rollbergstraße in Neukölln diskutierte mit den Frauen über die Sicherheit im Quartier. Die angesprochenen Probleme reichten von Lärmbelästigung über Mobbing und Unsicherheitsgefühl bis hin zu Gewalt.

Wie immer war der Tisch zum Frauentreff reich gedeckt, doch das Thema „Sicherheit im Kiez“ war so spannend, dass diesmal das Frühstück zeitweilig in den Hintergrund trat. Frau Öner hatte für ihren Besuch die Polizeiuniform zu Hause gelassen und nach einer kurzen persönlichen Vorstellung war das Eis schnell gebrochen. Die nächtliche Lärmbelästigung von Jugendlichen auf Spielplätzen wurde gleich thematisiert, weil es viele Anwohner*innen betrifft. Wer ist zuständig, an wen soll man sich wenden und nützt das überhaupt etwas? - wollten die Frauen von Frau Öner wissen. Die Polizistin, die seit 1989 bei der Berliner Polizei arbeitet, kennt das Problem, dass man nachts nicht immer wieder die Wache wegen vermeintlicher Kleinigkeiten anrufen will. „Doch wir sind darauf angewiesen, dass Sie uns informieren“, betonte sie. „Nur so erfahren wir, welches Ausmaß die Sache angenommen hat.“ Seitdem ihre Kolleg*innen häufiger über den Boddinplatz gingen, sei es etwas besser geworden, so ihre Einschätzung.

Keine Scheu, die 110 zu wählen

Ganz generell versuchte sie die Scheu abzubauen, sich an die Polizei zu wenden, auch wenn Sprachbarrieren vorhanden sind. „Es reicht, wenn Sie Ihren Namen und Ihre Adresse nennen und uns kurz sagen, worum es geht“, erklärte sie. Dann kümmern sich die Zuständigen darum. Aber auch wenn man bei einer Sachbeschädigung oder Körperverletzung nicht sofort bei der Polizei angerufen hat, gibt es immer noch die Möglichkeit, im Nachhinein im Internet Bescheid zu geben. „Dann ist es dokumentiert“, sagte sie, „und wir wissen, dass es dort vielleicht einen Brennpunkt gibt.“

Mobbing unter Kindern ernst nehmen

Auch die Probleme unter den Schüler*innen, von denen die Polizeibeamtin berichtete, waren den Müttern zum Teil bekannt. Die Polizei sitzt mit in den Schulrunden von Eltern, Erzieher*innen und Lehrer*innen. Vor allem Mobbing an Schulen und in sozialen Netzwerken nehmen zu. Mittlerweile machen schon an den Grundschulen einzelne Kinder ihre Mitschüler*innen regelrecht fertig. „Wenn Ihr Kind plötzlich immer Bauchschmerzen hat und nicht mehr zur Schule gehen will, könnten dies auch soziale Gründe haben“, ermunterte sie die Mütter zur Ursachenforschung. Schließlich gehe es darum, diese negativen Entwicklungen frühzeitig zu stoppen, bevor die Kinder die Lust verlieren zur Schule zu gehen.

Andererseits klärte sie darüber auf, dass es schon Diebstahl ist, wenn ein Kind einem anderen den Kaugummi wegnimmt. „Selbst Kinder im Grundschulalter können Strafanzeigen bekommen“, betonte sie. Diese werden von der Polizei kurz bearbeitet und der Bericht geht anschließend ans Jugendamt.

Aufmerksam bleiben

Zum allgemeinen Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum merkte eine der Frauen kurz und knapp an: „Man weiß nicht mehr, wie die Leute drauf sind.“ Der Ratschlag der Polizistin: „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und wechseln Sie lieber die Straßenseite!“ Man könne auch bei Verfolgung in einen Laden gehen und um Hilfe bitten. Einen speziellen Hinweis richtete sie in diesem Zusammenhang an junge Frauen: „Mit Kopfhörer und Handy nehme ich meine Umwelt nicht mehr wahr – ich warne davor!“

Gut zwei Stunden stand Frau Öner Rede und Antwort und gab viele hilfreiche Hinweise und Tipps an die rund zwanzig anwesenden Frauen und Mütter weiter. Gleichzeitig versprach sie, sich um konkret angesprochene Problemfälle näher zu kümmern.

Das nächste Frauenfrühstück findet im neuen Jahr am 8. Januar 2018 wieder von 9.30 bis 12.30 Uhr im Rize e.V. Kultur- und Solidaritätsverein in der Boddinstraße 63 statt.

Kontakt: Quartiersmanagement Flughafenstraße
Aysel Safak
Telefon: 030 62904362
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Die Adresse zur Onlinemeldung bei der Polizei lautet: www.internetwache-polizei-berlin.de