Nachbarschaftliche Begegnungen am heißen Ofen

Bei der langen Tafel der Nachbarschaft am 3. September gab’s nette Gespräche und Pizza zum Selbermachen

Foto: Birigt Leiß

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Der Sasarsteig erwies sich wieder einmal als idealer Ort für solche Aktionen. Viele kamen zufällig vorbei, vom Gassigehen oder auf dem Weg zum Einkaufen. Andere waren über Flyer auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Direkt gegenüber befindet sich bekanntlich der Kinder- und Jugendtreff Blueberry. Luca Horoba, der dort für den Träger tjfbg gGmbH das Projekt „Nachbarschaftsorte im Quartier“ betreut, hatte eine ganze Schar von Blueberry-Kids mitgebracht. Er freute sich darüber, hier Eltern zu treffen, die er auf das Lerncoaching-Angebot aufmerksam machen konnte. Die Kinder konnten an den aufgestellten Tischen basteln und malen, außerdem gab es eine Seifenblasenmaschine und Riesen-Vier-Gewinnt. Eigentlich sollte die Lange Tafel, zu der das Quartiersmanagement eingeladen hatte, am 2. September stattfinden. Wegen starker Regenfälle wurde sie um einen Tag verschoben.

Popo-Pizza aus dem Kiezofen

Hauptattraktion an diesem sonnigen Nachmittag war der Pizzaofen, den das Blueberry über Mittel aus dem Aktionsfonds des QM Flughafenstraße angeschafft hat. „Sozusagen ein Kiezbackofen“, meinte Quartiersmanagerin Aysel Şafak, denn er kann für Feste und Veranstaltungen dieser Art kostenlos ausgeliehen werden. Wer eine knusprige Pizza wollte, musste jedoch selber ran, das heißt: Teig ausrollen und mit Tomatensoße und Käse belegen. Sogar die Bleche mussten vorher gespült werden, was den Kids zunächst gar nicht gefiel. Aber dann machten sie es doch - wer kann schon dem Duft frischgebackener Pizza widerstehen? Am Ofen war zunächst Luca, dann übernahm Quartiersmanager Niels Dietze den Dienst. Eine Pizza nach der anderen wurde in den heißen Ofen geschoben, darunter auch Mini-Pizzen, da war das Ausrollen einfacher. „Popo Pizza“ meinte ein Mädchen mit Blick auf den an manchen Stellen aufgeblähten Teig. Außerdem gab es Getränke und „geretteten“ Kuchen. „Solche Feste sind immer schön“, meinte ihre Mutter und unterhielt sich angeregt mit anderen Anwohnenden.

Auch 2026 wird am Sasarsteig einiges los sein

Mit dabei war auch das Team von MoST (Mobile Stadtteilarbeit), das im nächsten Jahr die Aktionen am Sasarsteig fortsetzen wird. „Dafür wollen wir hier Ideen sammeln“ erklärte Güney Tekin. Auf einer Infosäule könnte man Zettel mit Vorschlägen anbringen. „Siebdruck und Brettspiele“ stand auf einem, „Veranstaltungen rund um das Thema Gesunde Ernährung“ auf einem anderen. MoST ist bereits jetzt als dezentrales Stadtteilzentrum an verschieden Orten in Neukölln aktiv und betreibt unter anderem einen Leihladen und ein Reparaturcafé in der Warthestraße 73. Jeden Donnerstag wird außerdem im Vollguten Gemeinschaftsgarten auf dem ehemaligen Kindl-Gelände mit geretteten Lebensmittel gemeinsam gekocht und gegessen.

Die Lange Tafel bildete den Abschluss für die Veranstaltungsreihe am Sasarsteig. Von Mai bis September fanden jeden ersten Dienstag im Monat Aktionen für die Nachbarschaft statt. Neben dem Tausch- und Sperrmüllmarkt im Mai, wurde der Sasarsteig ganz besonders durch das Kinderfest um Juni und das Hitzefest im Juli belebt.