Kiezputz mit vereinten Kräften

Anwohnende treffen sich am Boddinplatz zum ehrenamtlichen Aufräumen und Saubermachen.

„Der Platz könnte so schön sein“, sagt Anwohnerin Jelena Hoffmann. „Aber durch den vielen Müll hält man sich hier nicht gern auf.“ Anstatt sich weiter über die Verschmutzung des Boddinplatzes zu ärgern, ist sie aktiv geworden und hat eine Sauberkeitsaktion ins Leben gerufen. Gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn den Kiez herausputzen, ist das Ziel – und das künftig möglichst regelmäßig.

BSR unterstützt Sauberkeits-Engagement

Jelena Hoffmann hat dazu die Aktion bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) angemeldet. Unter dem Titel „Kehrenbürger“ unterstützt die BSR solche Clean-Ups mit kostenlosen Müllgreifern, Besen, Müllsäcken, Arbeitshandschuhen und orangenen Warnwesten. Das Material konnte sie im nahegelegenen BSR-Betriebshof in der Rollbergstraße abholen.

Beworben wurde die Aktion mit ausgehängten Flyern unterstützt durch das Netzwerk Null Müll Neukölln, über die Nachbarschaftsplattform nebenan.de, mit einer Signal-Gruppe und auf der Website des Quartiersmanagements Flughafenstraße.

Warnweste an und los!

Zur ersten Sauberkeitsaktion am 8. Februar waren schon viele Leute gekommen. Beim zweiten Termin am 1. März war die Beteiligung noch mal deutlich höher. Ab 12 Uhr kamen an diesem Sonntag nach und nach Aufräumwillige zum Treffpunkt am Boddinplatz, statteten sich mit Handschuhen und Weste aus, nahmen sich Greifer und Müllsack und zogen meist zu zweit los. Viele Eltern waren mit kleinen Kindern gekommen, die mit Begeisterung unter Realbedingungen Müllabfuhr spielten. Andere schnappten sich einen Besen und fegten den Sand und Dreck vom Bolzplatz.

Vom Pizzakarton bis zum Bonbonpapier war jede Art von Abfall zu finden. Mühsam ist es, die vielen Zigarettenkippen mit der Greifzange aufzuheben. Erstaunlicherweise fanden sich noch viele Reste von Silvesterknallern und mehrere Weihnachtsbäume auf den Gehwegen. Matratzen, Möbeltrümmer und anderen Sperrmüll konnten die freiwillgen Kiezputzkräfte allerdings nicht wegräumen. Dafür gibt es die Ordnungsamt-App.

Aufräumschwung kennt kein Halten

Der Boddinplatz selbst war mit vereinten Kräften schnell gesäubert. Anschließend schwärmten die Aufräumtrupps in die Boddin-, Reuter- und die Mainzer Straße aus. Auch jenseits der Flughafenstraße waren die orangenen Westen tätig. „Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören“, scherzte ein Teilnehmer in der Mainzer Straße.

Doch unerwartet hielt ein Mangel an Müllsäcken den Sammelschwung kurzzeitig auf. Nach einer Stunde waren die BSR-Säcke schon vergriffen. Nachdem sich im Februar gezeigt hatte, dass 20 Säcke zu wenig waren, hat Jelena Hoffmann diesmal bei der BSR zwar mehr bestellt. „Ich dachte, 50 reichen auf jeden Fall.“ Aber auch das genügte nicht. Damit es weitergehen kann, hat eine Nachbarin kurzerhand von zu Hause Müllsack-Nachschub besorgt. Die vollen Müllsäcke wurden am Boddinplatz neben dem Briefkasten zusammengetragen. Den beeindruckenden Berg holt die BSR am nächsten Werktag ab.

„Toll, dass Sie das machen!“ So lobten Vorübergehende immer wieder. Der Erfolg bestärkt Jelena Hoffmann: „Der Plan ist, das jeden ersten Sonntag im Monat zu machen.“ Wer künftig mitmachen möchte und über die nächsten Termine informiert werden will, kann sich in die Signal-Gruppe eintragen oder sich per E-mail melden: cleanup.flughafenkiez@gmail.com