Raus auf die Straßen und Plätze!
Am 19. März war die offene Tagung des Quartiersrates in der Evangelischen Schule Neukölln gut besucht. Es ging um ein Thema, das viele bewegt: der öffentliche Raum. Was kann man gegen die Verwahrlosung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen tun? Und wie kann die Nachbarschaft den Außenraum im Kiez für schöne Dinge nutzen? In diesem Jahr sind allerhand Veranstaltungen geplant.
Immer, für alle und kostenlos
Für eine offene Gesellschaft ist der öffentliche Raum außerordentlich wichtig: Er ist für alle, täglich rund um die Uhr, kostenlos und konsumfrei nutzbar. Deshalb hatte das Quartiersmanagement (QM) das Thema immer im Auge. Quartiersmanager Niels Dietze gab einen Überblick über die vielen QM-Projekte zum öffentlichen Raum: von den Hundekottütenspendern und etlichen Baumscheiben-Bepflanzungen über Nachbarschaftsaktionen auf dem Sasarsteig und dem Kiez-Trödelmarkt auf dem Boddinplatz bis hin zur Erneuerung des Käpt’n-Blaubär-Spielplatzes oder der Umgestaltung eines Teils der Neckar- und der Isarstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich.
Einmal im Monat Kiezputz
Die Vermüllung des öffentlichen Raumes ist ein Dauerärgernis im Flughafenkiez. Anwohnerin Jelena Hoffmann stellte ihre Initiative für einen regelmäßigen Kiezputz vor. Am 8. Februar und am 1. März hat sie zum gemeinsamen Aufräumen am Boddinplatz aufgerufen. Die Resonanz war erfreulich hoch, und es war danach in den Straßen rund um den Boddinplatz nicht nur kurzzeitig sauberer. „Je mehr wir sind, desto weiter können wir in die Nachbarschaft wirken“, sagte Jelena Hoffmann. „Wir freuen uns über jeden, der mitmacht.“ Es ist geplant, sich einmal im Monat sonntags um 12 Uhr am Boddinplatz zu treffen. Der nächste Termin ist am 29. März.
Feierliche Raumnutzung
Feste sind ein beliebtes Mittel, um den öffentlichen Raum zu beleben. Das Blueberry-Team plant am 10. April ab 14 Uhr ein Frühlingsfest für Kinder und Familien auf dem Blueberry-Spielplatz mit Spiel- und Bastelangeboten, Infos und einer Hüpfburg.
Am 9. Mai, dem Tag der Städtebauförderung, folgt das schon traditionelle Nachbarschaftsfest auf der Erlanger Straße. Das Fest mit großem musikalischen Bühnenprogramm wird wieder von Anwohnenden und dem Café Sandmann organisiert.
Musizieren und trödeln
Musikalisch geht es auch am 21. Juni ab 14 Uhr auf dem Sasarsteig zu. Zur Fête de la Musique, die weltweit immer am längsten Tag des Jahres gefeiert wird, möchte der Treff International viele Hobby-Musikerinnen und Musiker aus dem Kiez einladen. „Der Sasarsteig bietet sich dafür an, ohne große Absperrungen organisieren zu müssen“, sagte Wolfgang Dürr. „Wir freuen uns, wenn sich viele Musiker:innen und Helfende mit Ideen melden.“
Der Kieztrödelmarkt auf dem Boddinplatz findet am 7. Juni von 11 bis 17 Uhr statt. Er wird von Anwohnenden zusammen mit dem Gesundheitskollektiv organisiert und hat seinen besonderen Charme, weil hier nur Anwohnende verkaufen. Kommerzielle Händler sind ausgeschlossen. Die Einnahmen aus den Standgebühren werden für einen guten Zweck gespendet. Am Vortag sind alle Flohmarktfreundinnen und -freunde um 14 Uhr zum gemeinsamen Saubermachen aufgerufen, damit der Platz am Markttag schön aussieht.
Alle Feste werden auch mit Geldern aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements unterstützt.
Vier Aktionstage auf dem Sasarsteig
Auch in diesem Jahr stellt das „Team Begegnen“ vom Träger „interkular“ wieder eine Veranstaltungsreihe auf dem Sasarsteig auf die Beine. An vier Freitag-Nachmittagen steht das Programm jeweils unter einem anderen Motto. Los geht es am 29. Mai, dem Tag der Nachbarschaften, mit Mitmach-Angeboten für eine solidarische Nachbarschaft. Am 19. Juni werden unter dem Titel „Alle anders, alle gleich“ Familien in allen Erscheinungsformen gefeiert. Am 28. August geht es zusammen mit dem Stadtteil-Gesundheits-Zentrum Neukölln (GeKo), der TeilBar Neukölln und anderen Partnerinnen um das Thema Umwelt und das Thema Müll in Neukölln. Und am 18. September wird innerhalb des Berliner Monats der Demokratie ein Fest der Demokratie gefeiert. Nachbarinnen sind herzlich eingeladen sich mit Ideen und Aktionen zu beteiligen.
Im Sinne einer mobilen Stadtteilarbeit lädt „interkular“ auch zu regelmäßigen Aktionen im öffentlichen Raum ein. So gibt es einen „Trasher-Hunt-Spaziergang“: „Wir suchen nach Schätzen im Müll und versuchen daraus kreative Dinge zu bauen“, berichtet Sarah von „interkular“. Einmal im Monat wandert eine „Gesundheitsrunde“ durch den Kiez und jeden Donnerstag wird mit geretteten Lebensmitteln gekocht und anschließend auf dem Vollgut-Areal gemütlich gegessen bis zur Fairteilung von Foodsharing. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen. (Kontakt: mitmachen@interkular.de)
Die Mobile Stadtteilarbeit wird als Gemeinschaftsprojekt im Rahmen der Ressortübergreifenden Gemeinschaftsinitiative von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gefördert.



