Vom Gaming zur Games-Entwicklung
Am 20. und 27. Februar rasten die Kids vom Blueberry bei einem Mario-Kart-Turnier um die Wette. Auf einem großen Wandmonitor steuerten sie ihre Fantasie-Fahrzeuge mit Vollgas über absurde Rennstrecken – etwa über die „Kuhmuh-Weide“ oder durch den „Schoko-Sumpf“. Die geschicktesten Kart-Pilotinnen und -Piloten wurden am Ende mit Preisen ausgezeichnet.
Die beiden Rennnachmittage waren der Kennenlern-Auftakt für ein dreimonatiges Gaming-Angebot im Blueberry. Immer freitags ab 15 Uhr können Kinder von 8 bis 12 Jahren hier nicht nur mit dem Controller ihre Fahrzeuge am Bildschirm über die Pisten rasen lassen, sondern auch selbst kreativ werden. Inga und Mellow, zwei medienpädagogische Honorarkräfte, bringen Tablets mit, an denen die Kinder unter Anleitung eigene Spiele entwickeln können.
Aus Game-Begeisterung Kreativität wecken
„Einige Kinder interessieren sich sehr für Gaming und sind darin sehr gut“, berichtet Luca Horoba, der das Projekt koordiniert. „Das wollen wir nutzen und kreative Räume ermöglichen.“ So ist zum Beispiel geplant, dass die Kinder selbst analoge Spiele erfinden und sie anschließend „digital nachbauen“, also in ein Bildschirmspiel übersetzen. „Wir holen die Kinder da ab, wo sie sind“, erklärt Luca.
Gleichzeitig strebt der Kinderclub Blueberry an, dass Gaming an den Angebotstagen im offenen Bereich im Erdgeschoss so anzupassen, dass die Kinder in den Räumen der Bibliothek verstärkt die kooperativen und kreativen Spielangebote wahrnehmen. Weiterhin sollen Kinder angesprochen werden, die die Angebote des Blueberrys bisher noch nicht nutzen. Am 27. Februar, einem der ersten frühlingshaften Tage, waren die meisten Kids ohnehin lieber draußen auf dem Spielplatz.
Medienbildung im Kiez
Im Blueberry-Neubau nutzt die Bibliothek gemeinsam mit der Volkshochschule Neukölln die Räume im oberen Stockwerk und führt dort zum Beispiel auch Deutschkurse für Mütter durch. „Medienbildung ist ein Bibliotheksthema“, sagt Luca Horoba. Das Blueberry ist natürlich der ideale Ort für das Gaming-Angebot, weil die Kinder schon da sind.
Das Projekt „Nachbarschaftsorte im Quartier“ läuft im Programm des Landes Berlin für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2021–2027/29 und wird in der KuBiST-Förderlinie (KuBiST = Kultur und Bibliotheken im Stadtteil) von der Europäischen Union, der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (Ressortübergreifende Mittel der Gemeinschaftsinitiative im Programm „Sozialer Zusammenhalt“) sowie dem Bezirksamt Neukölln gemeinsam finanziert. Vor Ort kooperieren für die Umsetzung tjfbg, Outreach und JFF



