„Hurra, der Sandstreifen ist wieder da!“
Als das rote Band durchschnitten war, gab es kein Halten mehr: die Kinder stürmten das Gelände, kletterten in den neuen Spielcontainer, balancierten über Baumstämme und hängten sich an die Seile. Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr sowie Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, ließen es sich nicht nehmen, die neuen Klettergeräte ebenfalls mal auszuprobieren. Auf der dreieckigen Fläche entlang des Sasarsteigs war seit Oktober 2025 gebaut worden. Es ging um eine Rundumerneuerung der Spielgeräte sowie mehr Schatten durch Sonnensegel. Wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler darauf freuten, ihre Hände nass zu machen – es gibt nämlich eine Wasserpumpe – zeigt das eigens komponierte Lied, das die Klasse 5a in der Aula vortrug. „Hurra, der Sandstreifen ist wieder da!“ sangen die Jungen und Mädchen mit viel Verve.
Ein Leuchtturmprojekt
Alle Gäste und Förderer, die sich an diesem Tag zusammen mit den Kindern in der Schulaula versammelt hatten, waren sich einig: diese Maßnahme ist vorbildlich in Sachen Umsetzung und Beteiligung. „Viele Hände und viele kluge Köpfe haben dafür gesorgt, dass dieser Spielplatz so schön geworden ist“, meinte Schulleiter Thorsten Knauer-Huckauf. Nicht nur das Team des Architekturbüros baukind habe tolle Arbeit geleistet, sondern auch die Bauarbeiter:innen, das Bezirksamt, das Quartiersmanagement und die Zuständigen bei Senat und Bezirksamt. Lehrkräfte und Kinder waren bei der Planung aktiv beteiligt und könnten ihre Wünsche und Anregungen einbringen. „Wichtig war für uns, dass sich hier nicht alte Leute am Schreibtisch etwas ausgedacht haben, sondern dass es ein partizipativer Prozess war“, betonte Stephan Machulik: „Schließlich ist der Spielplatz für euch!“. Er sprach von einem Leuchtturmprojekt. Stadtrat Jochen Biedermann bedankte sich ebenfalls bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. „Stadtentwicklung geht eben nur zusammen, das zeigt dieses Beispiel.“ Möglich war die Baumaßnahme nur dank der bereitgestellten QM-Gelder, so der Stadtrat.
Das Sanssouci von Neukölln
Bezirksstadträtin Janine Wolter, zuständig für Bildung, Kultur und Sport, erinnerte daran, dass die Schülerinnen und Schüler heutzutage die meiste Zeit des Tages in der Schule verbringen. Umso wichtiger sei ein Ort, wo sie den Kopf freibekommen: „Ein Ort, wo ihr Neues entdecken könnt, Zeit mit euren Freunden verbringen könnt und wo ihr euch wohlfühlt.“ Die kleine dreieckige Fläche war für die Planer:innen eine besondere Herausforderung gewesen, denn sie ist sehr abschüssig. Als „Sanssouci von Neukölln“ wurde sie wegen der treppenartigen Abstufungen scherzhaft bezeichnet.
Im Zuge der Umgestaltung wurde das Areal in drei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt: den Kletterbereich, eine Wasserspielzone sowie den Schulgarten, auch Wäldchen genannt. Sitz- und Bewegungsstufen fangen das starke Gefälle ab.
Spielen im Geiste von Schiller
Zum Abschluss wurde es in der Aula noch poetisch. Eva-Maria Kopte, Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) zitierte Friedrich Schillers berühmten Satz: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ In diesem Sinne wünschte sie den Schülerinnen und Schülern unvergessliche Pausen.
Die Maßnahme hat rund 220 000 Euro gekostet. Der Großteil stammt aus dem Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt, 10 Prozent sind Eigenanteil der Schulstiftung.




