Altes, Nützliches und Schönes

Am 7. Juni wurde rund um den Boddinplatz wieder getrödelt – diesmal gleich im Dreierpack

Foto: Birgit Leiß

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Rund 70 Stände waren an diesem Sonntag rund um den Platz aufgebaut, etwa 20 mehr als in den Vorjahren. Aufgrund der großen Nachfrage entschied sich die Anwohnendengruppe, die den Kiezflohmarkt zusammen mit dem Gesundheitskollektiv Berlin e.V. (Geko) und dem Quartiersmanagement organisierte, zu einer Vergrößerung. So wurden die Stände etwas weiter nach unten in die Boddinstraße gezogen. Außerdem gab es auf dem Boddinspielplatz einen Kinder-Flohmarkt. Unter dem Motto „Von Kinder für Kinder“ hatten die Kids Decken auf der Erde ausgebreitet und boten vom Kreisel über Plüschtiere bis hin zum Kaufladen für ein paar Euro Sachen an, die sie loswerden wollten.

Feilschen gehört dazu

Spielsachen sowie Kinderkleidung gab es auch an den anderen Ständen in rauen Mengen. „Es ist so schade, alles wegzuwerfen“, meinte eine Familie aus der Erlanger Straße. Sie waren zum ersten Mal mit dabei. „Die Kinder wachsen so schnell“, meinte der Vater. „Eigentlich wollte ich ja mit weniger nach Hause gehen,“ seufzte eine Verkäuferin, die sich auch bei den anderen Ständen eingedeckt hatte. Kein Wunder, bei all den verlockenden Schätzen, etwa ein Katzenkratzbaum in Form eines Kaktus, einer Zuckerwattemaschine und Kristallgläser, die vermutlich den Zweiten Weltkrieg überstanden hatten. Für kleines Geld wechselten neue Küchenmaschinen und Videospiele den Besitzer oder die Besitzerin und manches wurde auch verschenkt. Es wurde gefeilscht („ist 5 Euro auch okay?“, gefachsimpelt („mit diesem Entsafter habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht“) und geplauscht.

Schätze aus Kinderzimmer und Keller

Der besondere Charme des Trödelmarkts am Boddinplatz ist, dass hier keine Profis verkaufen , sondern ausschließlich Anwohnende sowie Akteure aus dem Kiez. So hatte eine Abi-Klasse der Evangelischen Schule Bananenbrot und Pizzaschnecken im Angebot. „Für unseren Abiball“, erklärten die Jugendlichen. Das Quartiersmanagement-Team war ebenfalls vor Ort und teilte sich einen Stand mit dem Geko. Zu essen gab es türkische und arabische Spezialitäten, zubereitet von zwei Familien aus der Nachbarschaft. Viel zu tun hatten auch die beiden Polizeibeamten, die kostenlos Fahrräder codierten.

Ein zweiter Flohmarkt gleich um die Ecke

Viele Besucher*innen schauten auch noch beim Vollgut Flohmarkt auf dem ehemaligen Kindl-Gelände vorbei. Hier ging es etwas hipper zu. Neben Designerjäckchen und Schmuck gab es hier somalische Reisgerichte und Samosa. Die Termine abzustimmen, war eine gute Idee. So lohnte sich der sonntägliche Trödel-Ausflug gleich doppelt.

Der Trödelmarkt wurde aus dem Aktionsfonds des QM Flughafenstraße mit einem Zuschuss unterstützt