Der Vape-Jäger vom Flughafenkiez
Vapes, wie die vermeintlich gesündere Alternative zu Tabakzigaretten heißen, haben seit einigen Jahren einen beispiellosen Boom erlebt. Die meisten davon sind für den Einmalgebrauch. Die Folge: immer mehr landen nach dem Genuss mitsamt der darin enthaltenen Lithium-Ionen-Akkus im Gebüsch. Das ist aus drei Gründen problematisch. Zum einen gelangen so Giftstoffe in den Boden. Zum anderen ist es eine Verschwendung wertvoller Rohstoffe. Und drittens können die Batterien, die auch in Handys oder E-Scootern verbaut sind, Brände auslösen. Als Nucker Kuhn das las, wurde er aktiv.
Gefährlicher Elektromüll
Seit Herbst letzten Jahres hat der Anwohner über 200 weggeworfene E-Zigaretten im Kiez aufgesammelt, nebenbei auf seinen täglichen Wegen, wie er erklärt: „Ich mache keine gezielten Müllspaziergänge, sondern hebe sie auf, wenn ich unterwegs bin.“ ist. Eine Tüte und Handschuhe hat er immer dabei. Gedankenlosigkeit vermutet er als Grund für die nicht ordnungsgemäße Entsorgung: „Hier liegen ja auch überall Flachmänner und ähnlicher Müll herum.“ Aber einige wüssten wohl auch nicht, wie umweltschädlich und gefährlich das achtlose Wegwerfen ist – und dass dafür ein Bußgeld ab 1200 Euro aufwärts fällig wird. Gebrauchte E-Zigaretten gehören zum Elektroschrott. Landen sie im Restmüll, ganz gleich ob einfach auf die Straße oder in die orangenefarbenen Mülleimer der BSR geworfen, können sie Brände auslösen, wenn sie beschädigt werden. Und das passiert ganz leicht, entweder bereits im Entsorgungsfahrzeug, wo der Müll stark gepresst wird oder später in der Sortieranlage. Jedes Jahr kommt es zu Hunderten von Bränden, ausgelöst durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus.
Neue Rücknahmepflicht für E-Zigaretten
Doch wie entsorgt man die Vapes ordnungsgemäß? Schon lange kann man sie zu den Wertstoffhöfen bringen. Dort werden auch kostenfreie Batteriesammelboxen abgegeben. Seit 1. Juli 2026 müssen alle Verkaufsstellen, etwa Spätis, Tankstellen oder Supermärkte, die E-Zigaretten zurücknehmen, ganz gleich, ob sie dort gekauft wurden oder ob die spezielle Marke dort überhaupt geführt wird. Nucker Kuhn hat seine beachtliche Sammlung zu einem Elektromarkt gebracht. Die neue Regelung sei ein kleiner Fortschritt, findet er. Noch mehr erhofft er sich von der Verschärfung der EU-Batterie-Verordnung, die im Februar 2027 in Kraft treten soll. Fest verbaute Akkus sollen dann verboten werden. Damit würden die Einweg-Vapes vom Markt verschwinden. In Ländern wie Frankreich oder Belgien sind sie bereits verboten. In Großbritannien wurde zum 1. Juni 2025 ein Verkaufsstopp eingeführt. Es gibt auch hierzulande wiederverwendbare Systeme mit nachfüllbaren Tanks.




