Eine Zeitreise durch mehr als 100 Jahre Schulgeschichte

Foto: QM Flughafenstrasse
Foto: Birgit Leiß

Beim großen Schulfest der Hermann-Boddin-Grundschule am 5.Mai wurde ein Blick auf das Gestern und Heute geworfen.

„Unsere Schule hat ganz viel erlebt“, sagte Schulleiterin Birgit Knopf in ihrer Eröffnungsrede zum 111-jährigen Geburtstag. Sie erzählte den erstaunten Kindern von Zeiten, in denen streng nach Geschlecht getrennt unterrichtet wurde und wo sich die Jungen und Mädchen nicht einmal in der Pause begegnen durften. Auf Bezirksstadtrat Jochen Biedermann machte das anschließend von Schüler*innen vorgetragene „Lied vom Lernen“ großen Eindruck: „Ich wünsche mir, dass ihr diese Freude am Lernen nie verliert.“ Als Stadtrat für Stadtentwicklung weiß er, wieviel in den letzten Jahren in die Schule investiert wurde, um die Bildungschancen aller Kinder zu verbessern. Etwas zu verändern gehe nur mit anderen zusammen: „Es macht Mut, dass hier viele Menschen etwas auf die Beine stellen, damit sich etwas bewegt.“ Bei einem Rundgang durch das Schulgebäude, der unter anderem zum Frühstücksraum, zu den Lernwerkstätten und zum kürzlich eingeweihten Leseraum führte, konnte man sich davon überzeugen. 

Von Lollipop zur Dancing Queen

Der Schulhof mit der kleinen Bühne war vor ein paar Jahren ebenfalls neu gestaltet worden. Rundherum, auf den Treppenstufen, saßen die Schüler*innen mit ihren Eltern und Geschwistern und verfolgten das Bühnenprogramm. In monatelanger Vorbereitung hatten die Kinder historische Tänze und Lieder einstudiert. Nachdem zur Melodie von Nenas Song  „99 Luftballons“ 111 Luftballons in den Himmel stiegen, begann die Zeitreise, angefangen von über 100 Jahre alten Volkstänzen, über das Lied „Lollipop“ aus den 50ern und den Popsongs von Queen und Abba aus den 70ern bis hin zur heutigen Zeit. „Ich krieg gleich einen Herzinfarkt, was tragen die denn für komische Strümpfe!“, kommentierte ein Mädchen die altmodische Tracht ihrer Mitschüler*innen auf der Bühne.

Gummitwist statt Playstation

Auch sonst stand alles ganz im Motto des großen Jubiläums. Man hatte Spiele wie Gummitwist oder Sackhüpfen aus der Mottenkiste geholt und an einem Stand gab es Essen wie vor 100 Jahren. Zwar war die angebotene Steckrübensuppe nicht ganz so beliebt wie das Kuchenbüffet nebendran, aber das lag vielleicht auch an den sommerlichen Temperaturen. Man konnte bei einer „Turnstunde wie früher“ oder beim Völkerballspiel zwischen Eltern und Schüler*innen mitmachen. Eine Ausstellung hatten die Schüler*innen zusammen mit den Lehrkräften ebenfalls auf die Beine gestellt. Dort erzählen ehemalige Schüler*innen in Zeitzeugen-Interview, wie es vor 50 oder 60 Jahren so zuging in der Hermann-Boddin-Schule.