Unternehmen Neukölln und Aktives Zentrum

Im Wirtschaftsbereich wird das Programm Soziale Stadt durch Partner- oder andere Städtebauförderungsprogramme, die sich mit der Entwicklung einzelner Geschäftsstraßen oder größerer Gebiete beschäftigen, ergänzt. Dies ist beispielsweise das mit EU Mitteln geförderte BIWAQ-Projekt „Unternehmen Neukölln“. Ziel ist die lokale Wirtschaftsförderung in Nord-Neukölln: Arbeitsplätze sollen geschaffen, die Beschäftigungsfähigkeit erhöht, Unternehmensnetzwerke geknüpft und das Image Nord-Neuköllns als Unternehmensstandort verbessert werden.

Im Rahmen der Städtebauförderung Aktive Zentren wird die Entwicklung entlang der Karl-Marx-Straße gefördert. Dabei ist die gemeinsame Gestaltung und nachhaltige Entwicklung der Straße durch verschiedene Akteure vorrangig. Zahlreiche kulturelle Events setzen Akzente, leerstehende Gebäude werden zwischengenutzt und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessert.

Arbeit und Wirtschaft

Wirtschaftsprofil des Stadtteils

Bei der Beschreibung der Arbeitsmarktstrukturen für das Gebiet Flughafenstraße kann auf die diesbezüglichen Angaben des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013 zurückgegriffen werden:

Arbeitslosigkeit: der Anteil der Arbeitslosen (SGB II und III) im Planungsraum Flughafenstraße lag zum Stichtag 31.12.2014 bei 10,4% (Berliner Durchschnitt 7,4%), im Vergleich dazu lag der Anteil im Jahr 2006 noch bei 20,0% (Berliner Durchschnitt 13,1%).

Jugendarbeitslosigkeit: der Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren (SGB II und III) im Planungsraum Flughafenstraße lag zum Stichtag 31.12.2014 bei 5,2% (Berliner Durchschnitt 3,7%), im Vergleich dazu lag der Anteil im Jahr 2006 noch bei 17,0% (Berliner Durchschnitt 9,5%).

Langzeitarbeitslosigkeit: der Anteil der Langzeitarbeitslosen (SGB II und III) im Planungsraum Flughafenstraße lag zum Stichtag 31.12.2014 bei 3,2% (Berliner Durchschnitt 2,4%), im Vergleich dazu lag der Anteil im Jahr 2006 noch bei 8,0% (Berliner Durchschnitt 5,6%).

Gewerbestrukturen im Gebiet Flughafenstraße

Aufgrund des innerstädtischen Wohngebietscharakters des Gebietes Flughafenstraße befinden sich die Gewerbebetriebe entweder in den Erdgeschosszonen oder in Gewerbehinterhöfen der Wohnhäuser. Der überwiegende Anteil der ca. 500 Unternehmen ist den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie oder haushaltbezogene Dienstleistungen zuzuordnen.

Diese Gewerbestruktur wird ergänzt durch einige Handwerksbetriebe. Von besonderer Bedeutung ist die Karl-Marx-Straße als bedeutsame Einkaufsstraße mit den Neukölln Arcaden als Einkaufsmagnet. Die Flughafenstraße war ebenfalls von überregionaler Bedeutung als Standort von Trödelläden und befindet sich aktuell in einer Umbruchsituation mit hochwertigen Gastronomieangeboten auf der einen Seite und massiven Konzentrationen von Glücksspielangeboten auf der anderen Seite.

Ein Großteil der wirtschaftlichen Aktivitäten im Gebiet Flughafenstraße wird von Gewerbetreibenden mit Migrationshintergrund getragen, wobei viele unterschiedliche Nationalitäten vertreten sind. Zudem haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend Existenzgründer*innen aus dem Bereich der Kulturwirtschaft an verschiedenen Standorten im Gebiet angesiedelt (z. B. Boddinstraße und Reuterstraße).

Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs werden vorrangig in den zentralen Einkaufsbereichen des Gebietes - Karl-Marx-Straße/ Neukölln Arcaden, Hermannplatz/ Karstadt Warenhaus und Wochenmarkt sowie Hermannstraße/ Kindl Boulevard angeboten.